Gebirgslandeplätze bleiben….

Veröffentlicht: Mittwoch, 14. Mai 2014 12:03

Der Bundesrat hat heute die neue, kompromissorientierte Aussenlandeverordnung (AuLaV) verabschiedet. Gestoppt indes wurde das seit Jahren laufende Überprüfungsverfahren für Gebirgslandeplätze (GLP), dies «aufgrund unüberbrückbarer Differenzen». Die Zahl der GLP soll auf 40 reduziert werden. Heute werden 42 Gebirgslandeplätze für Helikopter und Flächenflugzeuge betrieben. Zwei noch zu bestimmende GLP müssen aufgehoben werden. Die verbleibenden Gebirgslandeplätze können aber im bisherigen Umfang weitergenutzt werden – eine erfreuliche Nachricht auch für die Gletscherflieger.

Die Aussenlandeverordnung stellt laut Bundesrat ein Kompromiss dar: Auf der einen Seite würden damit Anliegen des Umweltschutzes teilweise stärker gewichtet als früher (strenge Auflagen oder gar Verbote für Flüge in Schutzgebiete von nationaler Bedeutung). Auf der anderen Seite profitiere die Helikopterfliegerei von der Aufhebung der jährlichen Bewilligungspflicht und einer im Vergleich zum Ausland immer noch liberalen Gesetzgebung, argumentiert der Bundesrat.

Die offizielle Publikation vom Aeroclub der Schweiz findet ihr unter diesem Link!

Im Folgenden die Stellungnahme des BAZL, welche auf deren Homepage aufgeschaltet ist:

Neue Verordnung für Aussenlandungen und weniger Gebirgslandeplätze

Bern, 14.05.2014 – Der Bundesrat hat heute die neue Aussenlandeverordnung (AuLaV) verabschiedet. Sie berücksichtigt die Interessen der Wirtschaft und der Umwelt. Aufgrund unüberbrückbarer Differenzen wurde das seit Jahren laufende Ãœberprüfungsverfahren für Gebirgslandeplätze (GLP) indes gestoppt. Deren Zahl soll auf 40 reduziert werden.
Luftfahrzeuge benötigen in der Regel für Starts und Landungen einen Flugplatz. Gerade Helikopter werden aber häufig ausserhalb von Flugplätzen eingesetzt, sei es für Arbeitsflüge oder für Personentransporte. Bis jetzt musste jedes Unternehmen dafür  jährlich beim Bundesamt für Luftfahrt (BAZL) eine Bewilligung einholen. Diese Praxis verursachte auf beiden Seiten einen hohen administrativen Aufwand ohne erkennbaren Nutzen. Zudem zeigte sich, dass mit der geltenden Praxis Anliegen des Natur- und Umweltschutzes zu wenig berücksichtigt werden konnten. Der Bundesrat hat darum heute entschieden, die Bewilligungspraxis zu ändern.
Die neue  AuLaV entstand in einem mehrjährigen Prozess, an dem nebst Bundesämtern und Kantonen diverse Verbände und Organisationen beteiligt waren. Die nun vorliegende Verordnung  ist ein Kompromiss: Auf der einen Seite werden damit Anliegen des Umweltschutzes teilweise stärker gewichtet als früher. So gelten beispielsweise strenge Auflagen oder gar Verbote für Flüge  in Schutzgebiete von nationaler Bedeutung. Auf der anderen Seite profitiert die Helikopterfliegerei von der Aufhebung der jährlichen Bewilligungspflicht und einer im Vergleich zum Ausland immer noch liberalen Gesetzgebung. Die Kantone erhalten neu die Kompetenz, Kleinbauten an Aussenlandestellen in eigener Regie bewilligen zu können.
Keine weitere Überprüfung der Gebirgslandeplätze
Im Rahmen der Erarbeitung des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) erhielt die Verwaltung vom Bundesrat den Auftrag, unter Einbezug der betroffenen Kreise sowohl das Netz der Gebirgslandeplätze (GLP) zu überprüfen, als auch die Grundsatzfrage zu klären, ob und in welchem Ausmass das Heliskiing weiterbetrieben werden soll. Zu Letzterem hat der Bundesrat bereits früher entschieden, das Heliskiing unter gewissen Bedingungen weiterhin zuzulassen.
Die seit mehr als 10 Jahren dauernde Überprüfung der Gebirgslandeplätze hat indes zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Es bestehen unüberbrückbare Differenzen zwischen der Haltung der direkt Betroffenen, welche sich überwiegend für den Erhalt der heutigen Situation mit punktuellen Verbesserungen einsetzen, und  nationalen Verbänden und Interessenvertretern, die teilweise einschneidende Beschränkungen der  Anzahl und Nutzungsmöglichkeiten der GLP verlangen. Der Bundesrat hat darum entschieden, den Überprüfungsauftrag aus dem SIL zu stoppen. Die Zahl der möglichen GLP in der Schweiz soll aber von heute 48 auf deren 40 reduziert werden. Heute werden 42 Gebirgslandeplätze für Helikopter und Flächenflugzeuge betrieben. Das heisst, dass zwei noch zu bestimmende GLP aufgehoben werden müssen. Die verbleibenden Gebirgslandeplätze können aber im bisherigen Umfang weitergenutzt werden. Davon profitiert die Helikopterindustrie, während sie bei der neuen Aussenlandeverordnung teilweise Einschränkungen  hinnehmen muss.